Über den Sternen wird es einst tagen

F. Abt

Über den Sternen da wird es einst tagen,

Da wird dein Hoffen, dein Sehnen gestillt.

Was du gelitten und was du getragen,

Dort ein allmächtiges Wesen vergilt.

Über den Sternen da schwinden die Täuschung,

Da siehst du Alles enträthselt, enthüllt.

Was du erwartet, des Himmels Verheißung,

Dort wird es herrlich und ewig erfüllt.

Über den Sternen wird klar es einst werden,

Wie du gehandelt und wie du gedacht;

Was du geduldet, geopfert auf Erden,

Was du gewollt und was du vollbracht.

Über den Sternen versiegen die Thränen,

Die du so schmerzlich, so bitter geweint,

Es ist kein Irrthum, kein nichtiges Wähnen,

Dort wird mit Liebe die Liebe vereint.

Über den Sternen da wehen die Palmen

Himmlische Kühlung, o Dulder, dir zu.

Engel begleiten mit heiligen Psalmen

Todmüde Herzen zur ewigen Ruh'.

Über den Sternen da finden sich wieder

Wesen, die feindlich das Schicksal getrennt;

Dort sinkt die hemmende Scheidewand nieder,

Seele und Seele sich freudig erkennt.