Um Mitternacht
F. Abt
Nun schläft und schlummert Alles,
Erd', Menschen, Wald und Wind,
das Wasser leisen Falles
nur durch die Blumen rinnt.
Der Mond mit vollem Scheine
ruht breit auf jedem Dach;
in weiter Welt alleine
bin ich zur Stund' noch wach.
Und Alles, Lust und Schmerzen,
bracht' ich in mir zur Ruh';
nur Eins noch wacht im Herzen,
nur Eins, und das bist du!
Und deines Bildes Friede
folgt mir in Zeit und Raum;
bei Tag wird er zum Liede
und nachts wird er zum Traum.