Vaterhaus
F. Abt
Verstürmt im Thal bei dunkler Nacht,
Bang' irrt' ich hin und wieder;
Gespenstisch sah'n aus hoher Wacht
Die Felsen zu mir nieder.
Rings Einsamkeit, kein Sternlein trat
Hervor am wirren Nebelpfad --
Und bangen Heimweh's rief ich aus:
"O wärst du nah', mein Vaterhaus!"
Da plötzlich brach durch Nacht und Sturm
Vieltraute Fensterhelle;
Die Glocke rief vom nahen Thurm:
Ruh' aus an treuer Schwelle!
Vor'm Auge sank der Nebelflor,
Und jubelnd durch der Heimath Thor
Nun rief ich dankend freudig aus:
"Wie warst du nah', mein Vaterhaus!"
Und irrt der Mensch in Zweifelsnacht
Auf dieser Schmerzenserde;
Und klagt er, daß kein Strahl ihm lacht,
Daß klar sein Dunkel werde:
Geduld! Der Tod die Nacht zertheilt,
An Gottes Brust die Seele eilt,
Und jubeljauchzend ruft sie aus:
"Wie warst d nah', mein Vaterhaus!"