Vergib, wie ich vergeben

F. Abt

Wir schieden, ach, und zürnend,

mit abgewandtem Blick

gabst du mir kalt die Zeichen

entschwund'nen Glücks zurück.

Ein langer Tag der Trennung

mein Zürnen mir vertrieb;

ich dachte nur, wie herzig,

wie gut du warst und lieb.

Ich sucht' dich schweren Herzens,

dein Aug' mich finster maß;

vergib, wie ich vergeben,

vergiss, wie ich vergaß!

Die Bande reiner Liebe

zerreißt kein barsches Wort;

im treuen Herzen glühet

die hehre Flamme fort.

Und um die Welt nicht möcht' ich

erdulden solche Pein,

auch nicht um jene Wonne,

dass du wärst wieder mein!

Bei meinen tiefen Leiden,

bei meinem tiefen Schmerz:

Vergib, wie ich vergeben,

gib mir zurück dein Herz!