Vorfrühling

F. Abt

Kaum hat sich der Winter fortgemacht,

Da kommt schon der Lenz genaht über Nacht.

Er guckt wie verstohlen auf Flur und Wald

Und hüllt sich in heimliche Schmeichelgestalt

Und sagt und fragt:

darf ich kommen?

Er nimmt als Gewand das Sonnenlicht,

Das dort aus dem Dunkel herniederbricht;

Er birgt sich im hellen Quellenchor,

Der springt aus dem Schnee der Berge hervor,

Und sagt und fragt:

darf ich kommen?

Er schmiegt sich hinein in den sanften Hauch,

Der lockt zu quellen die Knofp' am Strauch;

Er springt gar selber in's Knospenhaus

Und lacht aus den quellenden Blättern heraus

Und sagt und fragt:

darf ich kommen?

Und wie er die Lerch' in der Höhe entdeckt,

Da hat er sich gleich in ihr Liedlein versteckt,

Und wie mir das Lied in die Seele dringt,

Merk' ich, wie er

mit

in die Seele springt

Und sagt und fragt:

darf ich kommen?