Wanderlust
F. Abt
Wer in der Ferne niemals ging
In erster Frühlingslust,
Wer nie am heitern Himmel hing
Mit einem Lieb aus froher Brust:
Der weiß nicht, wies dem Wandrer ist,
Dem Freud und Lust bewegt,
Und der, wo kühl die Quelle fließt,
Sich ruhend niederlegt.
Wer nie, den Wanderstab zur Hand,
Durch grüne Auen schritt,
Wem nicht die hohe Lust bekannt,
Die draußen uns entgegen tritt:
Der wei&szigt nicht, was der Wandrer denkt,
Wenn ihm der Morgen winkt,
Und weiß nicht, was der Frühling schenkt,
Der glühend ihn durchdringt.
Ja, wer nich wandert, weiß es nicht,
Wie sich das Herz erhebt,
Wenn Waldesduft und Rosenlicht
Des Wandrers stillen Gang belebt;
So weiß der Wandrer nur, wie schön
Es sich zur Ferne wallt,
Wie lieb durch Thäler und auf Höhn
Ein freies Lied erschallt.