Wär' ich der Morgen

F. Abt

Wär' ich der Morgen, wie er sich bebend

wie er errötend zu dir sich stiehlt,

still dann vom Aug' den Schlummer dir hebend

schaut' ich hinein und fände mein Bild.

Wär' ich der Mittag, gösse ich Strahlen

ewiger Glut dir ins Herz hinein,

tief in den Grund, da sollten sie malen

hell dir das Wort: Gedenke mein!

Wär' ich der Abend, sollt' Philomele

legen ins Ohr dir den schmeichelnden Sang,

dass sie mit süßem Laut dir erzähle:

Liebe ihn fort dein Leben lang.

Wär' ich die Nacht, ich wollte dich küssen

leise in selige Träume hinein,

selig dir lauschend würd' ich's dann wissen:

Wachend und träumend denkst du mein.