Wär ich der Schwalbe gleich
F. Abt
Nicht mehr Gepäck als eine Schwalbe trägt,
Die nach dem Süden zieht,
Hat auf den Rücken mir das Glück gelegt,
Und doch kein Jubellied!
Die Schwalbe eilet sorgenfrei
An Hütte und Palast vorbei,
Hoch oben vom blauen Himmelszelt
Grüßt sie die Welt.
Wie wär' ich reich,
Wär' ich der Schwalbe gleich!
Die Schwalbe ließ zurück ihr Vaterhaus
In Gottes frommer Hut;
Geht auch der Sturmwind drinnen ein und aus,
Sie wandert frohgemuth.
Sie singt, so weit die Sonne reicht,
Das Abschiednehmen wird ihr leicht;
Denn was sie im jungen Herzen trug,
Folgt ihrem Flug.
Wie wär' ich reich,
Wär' ich der Schwalbe gleich!
Und hält die Schwalbe Rast, vom Wandern müd,
Im Hain, am Wasserfall,
So jubelt sie ein frohes Abendlied
Hinaus in's weite All.
Naht ihr der Tod im fremden Land,
Sinkt sterbend sie auf Wüstensand:
Dann eilet noch ihr letztes Abschiedswort
Grüßend zum Nord...
Wenn ich erbleich',
Werd' ich der Schwalbe gleich!