Wär' ich im Wald ein Vögelein

F. Abt

Wär' ich im Wald ein Vögelein

und du mein trautes Kind,

du wolltest dann recht gut mir sein,

flög' ich zu dir geschwind.

Ich setzte dann so fröhlich mich

zu deinen Blumen hin

und sänge einzig nur für dich,

du meine Königin!

Dich weckte, eh' der Morgen graut,

mein fröhlicher Gesang,

und was dein Lächeln mir vertraut',

das wär' mein schönster Dank.

Ich sänge, bis der Abend käm',

ohn' alle Sorg' und Harm,

der dich in seine Arme nähm'

so liebevoll und warm.

Und käm' der Winter dann herein,

ich flöge nicht davon;

dein Vöglein immerdar zu sein,

das wär' mein schönster Lohn.

Ich sänge nur von Lieb' und Lust

und von des Lenzes Pracht;

mein Lied durchbebte dir die Brust,

bis neu der Lenz erwacht'.

Und kehrte dann der Lenz zurück

auf blumenreicher Bahn,

dann schwellt' mein Lied dein Wonneblick

noch höher himmelan.

O wäre ich ein Vögelein,

und du, du liebtest mich,

für dich nur wollt' ich fröhlich sein

und singen nur für dich.