Wo sich die Freude blicken lässt

F. Abt

16. November 1870

Wo sich die Freude blicken läßt,

Da haltet sie fest, da haltet sie fest!

Zu wenig sind der frohen Stunden,

Zu viel der Sorgen, Angst und Noth;

Kaum ist ein Leid, ein Schmerz verwunden,

Uns schon ein neues Unheil droht.

Laßt fahren dahin! vergeßt, vergeßt!

Nur wo die Freude sich blicken läßt,

Da haltet sie fest, da haltet sie fest!

Wo sich die Freude blicken läßt,

Da haltet sie fest, da haltet sie fest!

Wozu doch hat uns Gott gegeben

Des Himmels Licht und Sonnenschein,

Des Geistes wundersames Leben,

Und Frühling, Jugend, Sang und Wein?

Drum Eins nicht vergeßt, Eins nie vergeßt:

Nur wo die Freude sich blicken läßt,

Da haltet sie fest, da haltet sie fest!