Wohin?

F. Abt

Vöglein im Walde dort,

Vöglein, ihr zieht nun fort,

saget, wohin?

Dem Land wir entfliehen,

wo's Leben verblüht,

hinüber wir ziehen,

wo Frühling noch glüht;

dort drüben ist traut ein gar wohnlicher Ort,

es treibt uns hinüber, d'rum ziehen wir fort.

Eilende Wellen dort,

Wellen, ihr ziehet fort,

saget, wohin?

Nicht fürfen wir weilen,

wir halten nicht Rast,

zum Meere wir eilen,

das bald uns umfasst.

D'rum zieh'n wir hinunter in tändelndem Spiel,

wir suchen und finden am Ende das Ziel.

Rauschende Lüfte dort,

Lüfte, zieht immer fort,

saget, wohin?

Wir streben, wir ringen

uns mutig hervor,

wir steigen, wir dringen

zum Himmel empor.

Dort oben ist Friede, dort oben ist Ruh',

wir schweben der Heimat, der glücklichen, zu.

Herzlein, was gräst du dich?

Herzlein, was sehnst du dich?

Sage, wohin?

Dahin ist geschwunden

Die Zeit und das Glück,

Mir kehret die Jugend

Doch nimmer zurück.

{ O könnt' ich dahin, wo das Herz sich erfreut,

{ Hier wird, was gealtert, doch nimmer erneut.

| Du sehnst dich hinüber, dort wirst du erfreut,

| Ja, einst wird das Herz wohl auch wieder erneut.