Der Gottesacker

F. Beneken

Wie sie so sanft ruhn,

Alle die Seligen,

Zu deren Wohnplatz

Jetzt meine Seele schleicht!

Wie sie so sanft ruhn, in die Gräber,

Tief zur Verwesung hineingesenket!

Und nicht mehr weinen

Hier, wo die Klage flieht,

Und nicht mehr fühlen,

Hier, wo die Freude flieht,

Und unter traurigen Cypressen,

Bis sie der Engel hervorruft, schlummern.

Wie, wenn bei ihnen,

Schnell wie der Rose Pracht

Dahingesunken,

Modernd im Aschenkrug,

Spät oder frühe, Staub zu Staube

Meine Gebeine begraben lägen?

Und ging' im Mondschein

Einsam und ungestöhrt

Ein Freund vorüber,

Warm, wie die Sympathie,

Und widmete dann meiner Asche,

Wenn sie's verdiente, noch eine Zähre:

Und seufzte, nun der

Freundschaft noch eingedenk,

Voll frommen Schauers

Tief in dem Busen: Ach,

Wie dieser sanft ruht! -- ich vernähm' es,

Säuselnd erschien' ihm dafür mein Schatten.