Mir ist's, als sollt' ich Lilien streu'n
F. David
Mir ist, als sollt' ich Lilien streu'n,
Wo Deine Füßchen schweben,
Doch müßten sie vor Dir sich scheu'n,
Vor Deinem Glanze beben.
Mehr blendet Deine weiße Hand,
Als Lilien wohl vermögen,
Die gern wie in ihr Heimatland
Zu Dir als Schwestern zögen.
Ach, Unschuld lächelt und Natur
Aus Deinen tiefen Blicken,
Ein Himmel, den die Locken nur
Als schwarze Nacht umnicken.
Du kamst, als ob ein Engel sich
Zur Erde wollt' erniedern,
Musik umhaucht im Worte Dich,
Musik in allen Gliedern.
Du kamst -- und wolltest schon so bald
Verlassen uns und meiden!
Der Frühling bricht durch Thal und Wald,
Und Du willst von uns scheiden?
Mir ist, als sollt' ich Perlen streu'n,
Sech ich Dich ferne wallen,
Die Thräne wird sich oft erneu'n
Und einsam niederfallen.