Gegrüsst, gegrüsst ihr vollen Fluten

F. Draeseke

Gegrüsst, gegrüsst ihr vollen Fluten

Aus weitem heil'gem Liebesmeer,

Gegrüsst ihr Flammen und ihr Gluten;

Ich lass euch nimmer nimmermehr!

Wer einmal von der Flut getrunken,

Wem von den Flammen nur ein Funken

Ins Herz gesunken, lässt euch nicht,

Strömt über, strahlt mit ew'gem Licht!

Gegrüsst, o blaue Lenzeswonne,

O Sommer, himmelgoldig licht.

Gebt unsrer Liebe Duft und Sonne,

Lasst euer ewiges Gedicht,

Das hohe Lied der Gottheit, rauschen

Von Liebesgaben, Liebestauschen.

Die Welt, die Zeit, dahin, dahin,

Ein Sein, ein Herz, ein Kuss, ein Sinn.

Gegrüsst, o Herz, du heisses, wildes,

Zu dem das meine drängend spricht.

Wirf ab die Wucht des spröden Schildes,

Das vor der Liebe doch zerbricht!

Du kannst dich schützen nur im Geben.

Wir können nur im Sterben leben,

Mein Ich, Dein Ich, dahin, dahin,

Ein Sein, ein Herz, ein Hauch, ein Sinn.