Ich schau in dein Auge voll Glanz und Glut

F. Draeseke

Ich schau in dein Auge voll Glanz und Glut

Und wie ich hinunter seh,

Inmitten des heiligen Lichtes ruht

Ein altes finstres Weh.

Von Schmerzen ein versenkter Hort,

Viel Tränen perlen so schwer.

Kein Kuss und kein flüsterndes Liebeswort

Hebt sie zu Tage mehr.

So lass mein Lied ein Feuer sein,

Das dir zum Herzen flammt.

Es schmelzen die Perlen den dunklen Schein

Aus Tränen und Schmerzen entstammt.

Sie lösen sich, sie drängen empor,

Sie fliessen glühend warm.

Die heilige Tränenflut quillt hervor.

Dich aber hält mein Arm.

Und jeden Tropfen den du weinst,

Ihn küsst hinweg mein Mund,

Bis Licht und Klarheit dein Auge scheint

Zum tiefsten Grund!