Liebchens Lob

F. Eberle

Es leuchten hell am Himmel

viel' Stern' aus weiter Fern',

doch so wie Liebchens Augen

erglänzt kein einz'ger Stern.

Ihr Himmelslichter droben

mit eurem nächt'gen Glanz,

ach, ihrer Augen Strahlen

verdunkeln euch doch ganz.

Gar feurig ist Tokayer,

Burgunder Hochgenuss,

doch was gleicht wohl dem Feuer,

gleicht meines Liebchens Kuss?

Das rinnet heiß belebend

durch Adern, Mark und Bein,

ist feuriger und süßer

als aller Erdenwein.

Der Sonne gold'ne Strahlen,

des Mondes Silberlicht

erreichen Liebchens Schönheit

und ihre Anmut nicht.

Im Himmel und auf Erden

kann Schöneres nicht sein,

d'rum soll mein Lob ertönen

der Auserkor'nen mein.