Entschlüße

F. Fleischer

Des großen Baues großer Meister!

Du ewig unerschöpfter Geist!

Aus dem herab auf alle Geister,

Des heil'gen Lichtes Strom sich geußt!

Beglück' am wunderbaren Baue

Des schwachen Menschen armen Fleiß:

Daß im Erfolg der Zweifler schaue,

Des Maurers Werk sei dein Geheiß.

Fühlt, Brüder, eures Namens Würde,

Und preist des großen Meisters Hand,

Der ohne fremder Satzung Bürde

Zu Glück und Weisheit euch verband!

Zu Nutz dem menschlichen Geschlechte

Steig' euer Bau vollbracht empor,

Und durch die Schatten eurer Nächte

Dring' eurer Tugend Licht hervor.

Der Schönheit Kleinod laßt euch leiten,

Der Weisheit hohen Pfad zu gehn,

Und Stärke wird den Mann begleiten,

Der Mann sich fühlt, das Licht zu sehn;

Nur schwache Herzen, kleine Seelen

Sieht man sich kühner That entziehn!

Laßt uns von großer That beseelen,

Und bei dem hohen Werke glühn.

Selbst wo oft Schwachheit triumphirte,

Siegt edler Tugenden Gefühl;

Die regelloseste Begierde,

Lenkt Weisheit zu der Tugend Ziel.

So borgt vom wilden Sturm die Schwingen

Durch Klipp' und Meer der Steuermann,

Durch klippenvolle Pfade dringen

Auch wir zu höhrem Licht hinan.

Der Meister, der in ferner Straße

Den Sphären Kreis und Lauf gebeut,

Sieht unsrer Winkel Ebenmaße,

Und unsrer Zirkel Richtigkeit.

Wer, Brüder, sagt mir, wer entglühet

Beim stolzesten Gedanken nicht!

Der ew'ge Meister steht, und siehet

Des Maurers Werk und seine Pflicht.

Ergießt euch, edlere Gefühle,

Zu nachruhmwürd'ger Thätigkeit;

Dieß Ringen nach dem hohen Ziele

Entflamm' uns zur Vollkommenheit!

Daß oft der Abendstern verweile

Und unsers Eifers Zeuge sei,

Und Bruder mit dem Bruder theile

Die Freuden unsrer Maurerei.