Das Bächlein

F. Füchs

Bächlein, sag', was drängt dich fort

Nach ersehntem Ziele?

Hast wohl auch was Liebe dort,

In der Lieben Mühle?

Ach, es drängt auch mich dahin,

Wenn ich gleich kein Bächlein bin.

Bächlein, kosest zart und kühn

Mit den Blumen allen,

Die an deinem Ufer blüh'n,

Lassen sich's gefallen:

Wär' der Bach der Liebste mein,

Möcht' ich wohl die Blume sein!

Weiß gewiß, er ist Dir traut,

Mag Dich gerne leiden,

Wenn er Dir in's Auge schaut,

Könnt' ich Dich beneiden!

Und er schaut so gern hinein,

Weiß gewiß, du plauderst viel,

Ihm von Kuß und Scherzen,

Badend in der Wellen Spiel

Ruht er dir am Herzen.

Bitte, stell' das Plaudern ein!

Kann ja nie das Bächlein sein!

Bächlein achtet nicht das Wehr,

Rauschet kräftig drüber.

Wenn mein Herz das Bächlein wär',

Flöß es sicher über.

Bächlein ohne Rast und Ruh',

Meiner Liebe Bild bist du!