Die Thräne
F. Füchs
Es ist die Thräne
Verkünderin, wo Schmerzen sind;
Es ist die Thräne
Auch hoher Freuden heitres Kind.
[Ach! eine Thräne
Macht uns der Brust Geheimstes klar;
Ist etwas so beredt und wahr
Als eine Thräne?]
Ach! eine Thräne
Ist des Gefühles schönster Thau,
Schmilzt doch die Thräne
Den Menschen, sei er noch so rauh;
[Regt doch die Thräne
Ein jedes Herz zum Mitleid an;]
So trocknet
eine
Thräne dann
Die andre Thräne.
Du bist, o Thräne!
Des Armen einz'ges Perlenkorn,
Du bist, o Thräne!
Des Mitgefühles reichster Born;
Du bist, o Thräne!
Des Liebenden Gespräch und Zier;
Wie viel Gewalt liegt nicht in dir,
Himmlische Thräne!