Lied und Cither

F. Fuchs

Der Bergmann ist ein Freund des Liedes,

Und hat beendigt er im Schacht

Noch kaum sein Tagewerk, so zieht es

Zu Lied und Cither ihn mit Macht.

Gern horchet seinen schlichten Weisen

Der jungen Dirnen frischer Flor,

Und wärmer wird das Herz den Greisen,

Erklingt die Cither an ihr Ohr.

Die Wangen aller Bursche glühen

Sobald des Bergmanns Lied erschallt,

Wie plötzlich alle Rosen blühen

Wenn König Lenz vorüberwallt.

Denn, was des Frühlings Hauch den Blumen,

Das ist für sie des Bergmanns Sang,

Und läßt die Cither er verstummen,

Ist auch nicht fündig mehr ihr Gang.

Sein ganzes frommes Bergmannsleben

Vertraut der Sänger ja dem Lied,

D'rum läßt er auch vorüberschweben

Was gnädig ihm der Herr beschied.

Bescheiden wohl wie Citherklänge

Und schlicht wie sie ist sein Gesang,

Doch kommt er aus des Herzens Enge,

Erzeugt von einem inner'n Drang.

So laßt denn laut die Lieder schallen,

Und auch die Cither kling' dazu,

O daß sie doch in's Herz euch Allen

Auch brächten: Fröhlichkeit und Ruh.