Abend

F. Gernsheim

Die grauen Geiersittiche der Nacht

Rauschen über den See.

In seinen erzenen Fängen hält der Riesenvogel

Die Leiche des Tages.

Eine Blutspur hinter ihm her

Wellt nach Westen.

Die schwarzen Augen des Waldes

Heben die Nadelwimpern

Und starren stumm

Dem Fluge des Räubers nach

Dem eine Schaar verdrossener Schatten folgt.

Vom Himmel herunter

In frostigen Winden

Haucht ein Gedanke:

Auf schwarzen Schwingen

Schwebt alles Leben

Schweigend

In das Tal des Todes.