Sturmlied

F. Gernsheim

Wild stieß der Sturm durch die Nacht.

In den schwarzen Ästen der alten Eiche

Harfte er gellend ein Tanzlied der Kraft:

Über die Berge und Wässer und Wälder,

Hussahojoh!

Schwing durch die Nacht ich mich, flügelfroh singend,

Hussahojoh!

Tannen zerknick ich wie dürres Schilf,

Äcker zerwühl ich wie Haufen Sands,

Fangeball spiel ich mit Felsgestein

Hussahojoh!

Auslösch ich die Lichter, anfach ich die Flammen,

Mit Wolken umball ich die blinkenden Sterne,

Gebirge von Wogen aufthürm ich im Meere,

Zu schlingenden Schlünden hinblas ich die Schiffe,

Hussah!

Dann spiel ich mit treibenden Trümmern gelinde,

Und, müde, werd ich zum säuselnden Winde,

Und singe wie Wiegenlied leis und weich.

Ich küsse die blinkenden Blüten am Baume,

Ich tändle am wogenden Halmackersaume

Und glätte die Wiesen sammetgleich.

Das ist meine Kraft, die ich löse und binde;

Krieg kreisch ich im Sturme, - im schaukelnden Winde

Bin ich ein stillfroher Friedereich.