Die drei Worte

F. Götzloff

Drei Worte begreifen das höchste Glück,

Das uns die Erde gewähret;

Sie scheuchen des Schicksals Sturm zurück,

Der unser Leben störet;

Sie milder jeglichen bittern Schmerz,

Sie laben mit Ruhe das kranke Herz,

Und spenden die reinsten Freuden.

Chor

O laß uns ahnen die Worte voll Heil,

Des flüchtigen Lebens besten Theil!

Das erste beschert euch Brodt und Wein,

Und selige Augenweide;

Flößt eurem Geiste Bewundrung ein,

Und euren Herzen Freude;

Es zeigt euch eine ewige Hand,

Und winkt auf ein noch höheres Land,

Was auch die Denker klügeln.

Chor

Natur, o Urquell der Lebenslust,

Wir fallen kindlich an deine Brust!

Das zweite ist das edelste Band,

Durch Sinnlichkeit nicht verdunkelt, --

Die Würze des Lebens, ein Diamant,

Der auch in der Finsterniß funkelt.

Dem Freunde leihet der Freund den Arm,

Und wandelt mit ihm durch des Lebens Harm,

Und durch des Lebens Freuden.

Chor

O Freundschaft, Freundschaft! Wahr und rein

Umleucht' uns mild dein Rosenschein!

Das dritte begreift die süßeste Lust,

Die dieser Welt entquillet;

Momente, wo in des Sterblichen Brust

Des Himmels Wonne schwillet;

Des kurzen Lebens Rosenzeit,

Das süßeste Labsal für alles Leid,

Des Daseins höchste Höhe.

Chor

O Liebe, Liebe! dein goldner Stab

Leit' uns durch's Leben bis an's Grab!