Verschwundene Jugendzeit
F. Götzloff
Auf leichten und flüchtigen Schwingen getragen
Verschwand mir die Jugend, die rosige Zeit.
Nicht eilen an Phöbens ätherischem Wagen
Die schwebenden Rosse so schnell und so weit.
Wie war ich als Knabe so frei und so selig,
Geschmiegt an der Ältern empfindsame Brust,
Im Spiele voll Unschuld wie heiter und fröhlich,
Des Kummers und Unmuths mir noch nicht bewußt!
Wie glänzte dem Jüngling sein Morgen noch helle!
Wie wallt er noch heiter die blumige Bahn!
Wie schwollt ihm, begeistert am heiligen Quelle
Der himmlischen Weisheit, der Busen jetzt an!
Wie maß er, mit schnellem umfassendem Blicke,
Das hell seiner Zukunft an Freuden ihm reich,
Nicht ahnend das Dunkel im schwarzen Geschicke,
Den Wolken am westlichen Himmel dort gleich!
Verschwunden sind schnell mir die rosigen Tage,
Verweht meine Freuden in stürmischer Nacht,
Und thränend hat oft schon der Mann seine Klage
Dir, lächelnde Jugend, zum Opfer gebracht!
Durch Stürme des Mittags, auf einsamem Pfade,
Im Herzen noch Güte und männliche Ruh',
Geht muthvoll der Waller dem schönen Gestade
Des Stromes der holden Vergessenheit zu.