Abschied beim Wandern
F. Gumbert
Feinliebchen, nun dich Gott behüt',
Gieb mir den Abschiedskuß!
Doch traure nicht, du treu Gemüth,
Wo Alles scheiden muß!
Ergieb dich drein, sei still, sei still!
Und thut dir auch dein Herze weh,
So denke doch, daß ich nur geh',
Weil Gott, weil Gott es will!
Es scheidet ja das Blatt vom Ast,
Die Au wird blumenleer.
Es treibt die Wolke sonder Rast,
Der Kranich streicht an's Meer.
Und 's Scheiden geht so still, so still,
Weil Gott es will, nach altem Brauch: --
Drum frommes Herz, sei still du auch,
Weil Gott, weil Gott es will!
Und fliegt auch über'n Frühlingshag
Der Kranich einst nach Haus,
Wann Gott es will, am rechten Tag,
Und bleib' nur ich noch aus: --
So harre drum doch immer still,
Auch ich, auch ich -- vertraue fromm! --
Am rechten Tag einst wiederkomm',
Wann Gott, wann Gott es will.