Blümleins Traum

F. Gumbert

Es stand einst ein Blümlein

Am rieselnden Bach

Und schaute dem Treiben

Der Menschen wohl nach;

Es dachte: so glücklich

Wie sie auch zu sein,

Und schlief dann voll Sehnen

Beim Abendroth ein.

Da hat ihm geträumet,

Ein Menschlein es wär',

Es mischte sich freudig

Dem wogenden Heer,

Und wollte vertraulich,

In Liebe so zart,

Sich neigen zu ihnen

Nach Blümlein's Art.

Da ward ihm im Herzen

So schaurig, und kalt,

In Schmerzen und Thränen

Erwachte es bald

Und grüßte so selig

Den Himmel, den Hain;

Wollt' nimmer, ach nimmer

Ein Mensch wieder sein! --