Der Geliebten
F. Gumbert
Röthet dir, Liebchen, der Purpur die Wangen,
Glänzt auf dem Liliengrund rosige Pracht,
Fasset dich namenlos seliges Bangen,
Leuchtet das Aug' und verschwimmt es in Nacht;
Tritt dir mein Bild dann von ferne entgegen,
Fühlst du im Innern gar lieblichen Schmerz,
Pocht es im Busen mit heftigen Schlägen:
Glaub' mir, Geliebte, dann ist es dein Herz!
Senkst du das Augenlid, wenn ich dich grüße,
Stockt dir der Athem und fliegt deine Brust,
Wähnst du, daß Alles in Nebel zerfließe,
Fühlst du zum Tod betrübt wonnige Lust;
Kannst du kein Wort meinen Worten entgegnen,
Senkst du das Angesicht stumm niederwärts,
Wagt meinem Auge nicht deins zu begegnen,
Glaube, Geliebte, dann spricht wohl dein Herz!