Der Liebe Obdach

F. Gumbert

Die Liebe baut, ein thoricht Kind,

Ihr Haus aus Blum- und Blattgewinden;

Hier hofft sie gegen Frost und Wind

Ein freundlich Obdach einst zu finden.

Doch eine Herbstnacht war genug

Ihr Hoffen ganz in Leid zu kehren,

Das leichte Haus im wilden Flug

Mit Dach und Pfosten zu zerstören.

Nun irrt sie, mit verzagtem Blick,

Zum Tod erschöpft im wüsten Wetter

Und sammelt aus verlornem Glück

Sich weinend noch die welken Blätter.