Der Liebste in der Fremde

F. Gumbert

Da sitz' ich und spinne,

Da sitz' ich allein,

Und fort ist mein Liebster

Wohl über den Rhein.

Es fahren die Fuhrleut'

Vom Wälschland heraus,

Bringt keiner ein'n Gruß mir

Vom Schatz mit nach Haus.

Es rudern die Fährleut'

Wohl her und wohl hin,

Bringt keiner ein Brieflein,

Ein Kuß steht darin.

Ja wenn ich nur wüßte

Sein Ort und Quartier,

Ich schickt' ihm ein' Feder

Und Tint' und Papier.

Da sitz' ich, da harr' ich

Im einsamen Haus,

Schau' über den Fluß und

Die Dörfer hinaus.

Und tritt was im Gange,

Und rauscht was zur Seit',

Gleich mein ich er komm', und

Er ist doch so weit.