Die Braut
F. Gumbert
Wie bist du worden so trüb' und bleich,
seit ich in die Ferne gezogen?
Was stehst du denn, du süße Braut,
so schmerzlich weggebogen?
Mir ist, als hört' ich dein tiefes Herz
heimlich zucken und wimmern;
was will der Ring an deiner Hand
mit seinen fremden Schimmern?
Sie sagte nichts, sie klagte nichts,
sie legte die Hand aufs Herze;
sie sah mich an so qualenstumm
in heißem, bitt'rem Schmerze.
Ich sagte nichts, ich klagte nichts,
bin schweigend heimgekommen
und habe von einem Bilde herab
einen welken Kranz genommen.