Du bist mein Traum in stiller Nacht

F. Gumbert

Die Herzen ruhn, die Blumen schlafen

Fromm in der sel'gen Sternennacht.

In meines Herzens stillem Hafen

Hält treue Liebe rastlos Wacht.

Dir möcht' ich es so gerne klagen,

Was mich so froh, so elend macht,

Und dir's in deinen Schlummer sagen:

"Du bist mein Traum in stiller Nacht!"

Du ahnest nicht mein treues Lieben

Um dich, du holde, süße Maid.

Ist mir auf Erden nichts geblieben,

Bist du doch meine Seligkeit.

Neigst du auch nicht dein Haupt hernieder

In seiner Lockenfülle Pracht,

Dir tönet fort das Lied der Lieder:

"Du bist mein Traum in stiller Nacht!"

Und ruft das Leben trüb und trüber

Mich fort zum ernsten Kampf hinein,

Dann geh' ich einmal noch vorüber

An deinem Kammerfensterlein.

Blick' dann nur einmal freundlich nieder

In's Auge, das für dich nur wacht,

Und lausche still dem Lied der Lieder:

"Du bist mein Traum in stiller Nacht!"