Felice notte (Schlaf wohl)
F. Gumbert
Wo sich das Meer in weite Fernen
Zur unermess'nen Fläche dehnt,
Steh' ich, umblitzt von tausend Sternen,
Einsam an den Palast gelehnt;
Und zu der Zither sanftem Klang
Ertönt mein Lied der Violetta,
Vielleicht belauscht sie den Gesang!
„Felice notte, Marietta!”
Dort auf dem strahlenden Balcone
Sitzt eine blühende Gestalt,
Auf weichem, zarten Blumenthrone,
Um den ein Meer von Düften wallt,
O höre mich, mit meinem Lied,
Du meines Lebens Violetta,
Die schöner doch als Blumen blüht:
„Felice notte, Marietta!"
Mein holdes Veilchen ist entschwunden,
Mit ihrem Dunkel kommt die Nacht,
Und wieder brennen meine Wunden,
Die mir das Scheiden oft gebracht.
So höre denn bei Sternenschein
Zum letzten Mal mich, Violetta,
Und wieg' im sanften Traum dich ein:
„Felice notte, Marietta!"