Lieb' und Leid
F. Gumbert
Wie flüchtig rinnt die Stunde,
Da in verschwieg'ner Glut
Sich neiget Mund zu Munde,
Und Herz am Herzen ruht!
Der Mond hört auf zu scheinen,
Kühl geht des Morgens Hauch -
Kurz Lachen, langes Weinen,
Das ist der Liebe Brauch.
Und doch, wiewohl sie Leiden
Allzeit zum Lohne gibt,
Nie mag von Liebe scheiden,
Wer einmal recht geliebt.
Er trägt die heißen Schmerzen
Viel lieber in der Brust,
Als dass er nie im Herzen
Von solchem Glück gewusst.