Nun ruht die Welt mit Schweigen
F. Gumbert
Nun ruht die Welt mit Schweigen,
Der laute Tag verrann,
Die goldnen Sterne steigen
Hellleuchtend himmelan;
Rings, wie mein Ohr mag lauschen,
Ist alles stumm und todt,
Nur leise Wellen rauschen,
Geküßt vom Abendroth.
O Liebste, komm und neige
Dein lächelndes Gesicht,
Wie durch die dunkeln Zweige
Des Mondes Silber bricht;
Ein seliges Ermatten
Schließt leis mein Auge zu,
O komm in diese Schatten,
So weich, so mild, wie du!
Von deinem Arm umschlungen,
Gelehnt an deine Brust,
O holde Dämmerungen,
O nächtlich süße Lust!
Nichts bietet mehr das Leben
Und nichts die Erde mir,
Mein ganzes Sein und Streben,
Es ruht versenkt in dir!