Wie hab' ich dich so lieb!

F. Gumbert

Mit dem Frühroth muß ich scheiden,

Schlafe sanft, Geliebte mein!

Durch die alten, grauen Weiden

Zieh' ich meinen Pfad allein.

Kann ich nicht das Schicksal wenden,

Das mich eilig von dir trieb,

Will ich meinen Gruß dir senden:

Wie, wie hab' ich dich so lieb!

Schallt es Antwort aus den Bäumen?

Welch ein schmerzlich süßer Klang?

Denkst du mein in deinen Träumen?

Grüßest mich durch Vögleins Sang?

Durch die Weiden mir zur Seite

Tönt als Trost, der mir verblieb,

Klingt als wonniges Geleite:

Wie, wie hab' ich dich so lieb!

Sei bedankt mir, holder Sänger,

Für dein freundliches Geleit.

Doch nun raste hier nicht länger,

Flieg' zurück zu meiner Maid;

Mach' dich eilig auf die Reise

Zu dem holden Herzensdieb,

Sing' auch ihr die alte Weise:

Wie, wie hab' ich dich so lieb!