Wie kann, ach mein Herz
F. Gumbert
Wie kann, ach, mein Herz sich freu'n,
Wenn's fern, ach, fern von Schiffer mein?
Wie vergäß' ich Tag und Nacht,
Daß er fort zur See, zur Schlacht?
Ob ich wandert', ob ich blieb,
Blieb mein Herz bei meinem Lieb,
Nachts im Traum, bei Tag im Sinn
Ich bei meinem Schiffer bin.
Auf der See begleit' ich ihn,
Weit durch Sturm und Wellen hin,
Nachts im Traum, bei Tag im Sinn
Ich bei meinem Schiffer bin.
Wenn in Sommermittagsglut
Müd um mich die Heerde ruht,
Am Geschütz im Pulverdampf
Steht vielleicht mein Schatz im Kampf.
Kugeln, schont meine einz'ge Lust!
Kugeln, schont die süße Brust!
Alles magst du mir entzieh'n,
Schicksal, doch, o schon' mir ihn!
Wenn in sternlos finstrer Nacht
Rast der Wind mit wilder Macht,
Und der Sturm zerzaust den Wald,
Und der Donner heulend schallt,
Steh ich mit gefalt'ner Hand,
Lauschend auf den Felsenstrand,
Was ich kann auf meinen Knieen
Bet' ich dann für ihn, für ihn!
Frieden, breit' den Ölzweig aus!
End' den wilden Kampf und Strauß!
Daß der Mensch sich Bruder ist,
Und an's Herz den Bruder schließt!
Schwell', o Gott, ich fleh' zu dir,
Seines Schiffes Segel mir!
Mir an's Herz bring, was sie zieh'n,
Meinen Schatz, ach ihn, ach ihn!