Zur rechten Zeit
F. Gumbert
Und welche Rose Blüthen treibt,
Und welches Herze freit,
Die frei'n und blühen beide
Zur rechten Sommerzeit.
O blühe, Röslein, blühe,
O glühe, Mägdlein, glühe,
Dieweil es eben Zeit.
Und wer die Rose pflücken will,
Pflückt sie zur rechten Stund',
Und wen's geliebt zu küssen,
Der küßt auf rothen Mund,
O pflücke, Knabe, pflücke
Und Lipp' an Lippe drücke,
Es ist jetzt an der Stund'.
Es weht ein kalter Winterwind
Wohl über den Blüthenhag,
Die Rosen sind verblühet,
Eh's Einer denken mag:
D'rum herzt sein Lieb von Herzen,
Wer nicht will Zeit verscherzen
Am schönen Sommertag.