Aussöhnung

F. Hegar

Die Leidenschaft bringt Leiden! -- Wer beschwichtigt

Beklommnes Herz, das allzuviel verloren?

Wo sind die Stunden, überschnell verflüchtigt?

Vergebens war das Schönste dir erkoren!

Trüb' ist der Geist, verworren das Beginnen;

Die hehre Welt wie schwindet sie den Sinnen!

Da schwebt hervor Musik mit Engelschwingen,

Verflicht zu Millionen Tön' um Töne,

Des Menschen Wesen durch und durch zu dringen,

Zu überfüllen ihn mit ew'ger Schöne:

Das Auge netzt sich, fühlt im höhern Sehnen

Den Götter-Werth der Töne wie der Thränen.

Und so das Herz erleichtert merkt behende,

Daß es noch lebt und schlägt und möchte schlagen,

Zum reinsten Dank der überreichen Spende

Sich selbst erwidernd willig darzutragen.

Da fühlte sich -- o daß es ewig bliebe! --

Das Doppel-Glück der Töne wie der Liebe.