Der Kleine

F. Hegar

Es ging einmal im Walde

Ein Männlein winzig klein,

Da sah es alsobalde,

Ja ja balde,

Ein schönes Mägdelein.

"So grüß' dich Gott, du Feine!

So reich' mir deine Hand;

Gib mir du süße Meine,

Ja ja Meine,

Gib mir dein Herz zum Pfand."

"Geh' mach' mir keine Faxen

Und keine Narrethei,

Du mußt zuvor noch wachsen,

Ja ja wachsen

Iß noch ein Jährlein Brei.

Du wirst die Ruthe kriegen,

Läufst du nicht heim geschwind;

Gehörst noch in die Wiegen,

Ja ja Wiegen,

Du kleines Wickelkind!"

"Du Schlimme hast gelogen,

Das ist zu deinem Leid;

Ich trag' wohl einen Bogen,

Ja ja Bogen

Statt einem Wickelkleid.

Ich hab' wohl spitze Pfeile,

Die treffen, warte nur!

Es reut dich eine Weile,

Ja ja Weile,

Ich bin der Knab' Amur."

Er zielte mit dem Bolze,

Er schoß sie mitten in's Herz;

"Jetzt mußt du leiden, Stolze,

Ja ja Stolze,

Jetzt mußt du leiden Schmerz."

Die Maid hub an zu weinen,

Ihr Herz that bange Schläg'.

Weiß Gott! es sind die Kleinen,

Ja ja Kleinen,

Die Schlimmsten alleweg.