Heldenzeit

F. Hegar

Es gor vom schaumbesprühten Belt

Bis zu Sankt Gotthards Nebelklüften

In Fehdezorn und Streit die Welt,

Und Wehgeschrei quoll in den Lüften.

Da stieg von seinen grünen Weiden

Der Hirt zu Tal zum Felsenstrand,

Und zu Gelöbnis, Schwur und Eiden

Hob er die wetterbraune Hand.

"Es komme, was da mag!

Mit Waffen und mit Wehren.

Mit Schwertern und mit Speeren

Erwarten wir den Tag!"

Geschärft ist Spieß und Hellebard,

Sturmhut und Harnisch sind gehämmert,

Um's Banner steht das Volk geschart,

Der Freiheit blutig Frührot dämmert.

Des Adels Helm und Wappen prangen

Dumpfschütternd stampft der Hengste Huf,

Doch über langer Speere Stangen

Aus tausend Kehlen dröhnt der Ruf:

"Es komme, was da mag!

Mit Waffen und mit Wehren,

Mit Schwertern und mit Speeren

Durchkämpfen wir den Tag!"

Das Schlachtenungewitter schnob

Noch hundertfach durch uns're Gründe

Eh' sich aus Blut und Drangsal hob

Der sturmgefeite Bau der Bünde.

Den Bundgenossen ist geblieben

Der Freiheit ungebrochner Hort,

Und jedem steht ins Herz geschrieben

Der Heldenzeit erkühntes Wort:

"Es komme, was da mag!

Mit Waffen und mit Wehren,

Mit Schwertern und mit Speeren

Erwarten wir den Tag!"