Nachtlied

F. Hegar

Nacht hat wie ein stilles Meer

Auf die Erde sich ergossen;

Über alle Wipfel her

Kommt ein Friedenshauch geflossen.

Jede schwere Wimper fällt,

Athem holt das müde Leben:

Hörbar durch die weite Welt

Geht ein Flüstern und ein Weben.

Nacht hat wie ein stilles Meer

Auf die Erde sich ergossen

Und den Himmel keusch und hehr,

Einer Blume gleich erschlossen.

Deutlich rauscht der Strom der Zeit

In die tiefentschlafne Ferne,

Und ein Traum der Ewigkeit

Ziehet durch das Haus der Sterne.

Nacht hat wie ein stilles Meer

Auf die Erde sich ergossen;

Über alle Wipfel her

Kommt ein Friedenshauch geflossen.