Was kümmert mich die Nachtigall

F. Hegar

Der Winter hat mit kalter Hand

Die Pappel abgelaubt,

Und hat das grüne Maigewand

Der armen Flur geraubt;

Hat Blümchen, blau und rot und weiß,

Begraben unter Schnee und Eis.

Doch, liebe Blümchen, hoffet nicht

Von mir ein Sterbelied.

Ich weiß ein holdes Angesicht,

Worauf ihr alle blüht.

Blau ist des Augensternes Rund,

Die Stirne weiß, und roth der Mund.

Was kümmert mich die Nachtigall,

Im aufgeblühten Hain?

Mein Liebchen trillert hundertmal

So süß und silberrein;

Ihr Athem ist wie Frühlingsluft,

Erfüllt mit Hyacinthenduft.

Voll für den Mund, und würzereich,

Und allerfrischend ist,

Der purpurroten Erdbeer gleich,

Der Kuß, den sie mir küßt.

O Mai, was frag ich viel nach dir?

Der Frühling lebt und webt in ihr.