Auf der Wanderung

F. Hensel

Oftmals durch den grünen Wald

Eine liebe Stimme schallt,

Meinen Nahmen ruft es,

Ach! mich fällt so plötzlich dann

Übergroße Freude an;

Ist es die Geliebte?

Wieder glaub' ich sie zu sehn

Vor mir durch die Büsche gehn:

O mein Herz, wie treibt es!

Aber dann verrauscht im Wind

Das Gebilde so geschwind;

Müde steh ich sinnend.

Wenn der Bach vom Felsen springt,

Mein' ich daß es mir gelingt,

Und ich bin nicht säumig:

Stolz sieht mich der Felsen an,

Und ich schau ihn wieder an

Eben auch nicht freundlich.

Blumen, die am Wege blühn,

Seh' ich ihren Nahmen ziehn,

Jeder Baum rauscht Lila:

Was habt ihr damit gethan?

Bringt mich auf die rechte Bahn?

Keine Kunst ist Necken.

Aber alles macht mich irr',

Immer dummer vom Gewirr,

Seh' ich kaum den Weg mehr;

Werd' ich aber vor ihr stehn,

Will ich um so klarer sehn,

Oder gar erblinden.