Nacht

F. Hensel

Die Sonne ist gesunken,

kühl weht die Abendluft,

die Blümlein schlummertrunken

wanken im Wiesenduft.

Die Berge schwarz umzogen,

hüten das stille Tal,

da droben am Himmelsbogen

sind Sterne ohne Zahl.

Nur ich bin hier alleine,

die Grille zirpt ein Lied,

ich stehe hier und weine,

weil mich die Liebe verriet.

Die Nacht is eingetreten.

Herz, gib dich zur Ruh.

Lasst mich noch einmal beten,

dann, Augen fallet zu.