Nachtreigen

F. Hensel

Es rauschen die Bäume,

es wallen die Düfte

und zärtliche Lüfte

umfangen die Träume

mit bräutlichem Hauch.

Wir wandeln und wallen

in trautem Umringen,

wir wallen und singen,

und Echo tönt auch.

Beseligend Schallen

und Duften und Scheinen,

o heiliges Einen,

schließt dichter den Kreis, leis, leis.

Hallo, hallo,

so lustig schweift sich's

durch Grün und Nacht.

Frisch wie die Luft der Gedanke,

und froh mit dem singenden Vogel wacht

der Mensch, entronnen der Schranke.

Wie's scheinet und lacht.

Still! Still!

Nicht die heil'ge Feier stören

wollet mit dem lauten Ruf,

lasset singen uns und hören,

schaffen, wie Natur erschuf.

Leise, weise,

naht dem Kreise,

kommt!

Ja, wir kommen, überwunden

durch der Ruhe heil'ge Macht.

So bleibt friedlich uns verbunden,

denn euch hat der Gott gebracht.

Und gemeinsam sei empfunden,

was der einzelne gedacht.