Des Harfners Lied
F. Hiller
Beim Sarge stand ich, beim Hochzeitschmaus,
Den Reichen sang ich, den Armen gerne;
Die Lichter erloschen das Fest war aus --
Und weiter zog ich in die Ferne.
Und Jedem sang ich von seinem Leid,
Und Jedem sang ich von seinen Wonnen;
Es jauchzte der Bursche, es weinte die Maid --
Ich habe keine Heimat gewonnen.
Mein Herz ist müde, mein Haubt ist alt,
Vom Scheitel slattert der Kranz der Haare;
Die Welt ist öde, der Wind weht kalt --
Ein Fremdling bin ich, wohin ich fahre.
Blind wird das Auge der Fuß wird lahm,
Dem Arm wird die Harfe schwerer immer;
Kaum weiß ich noch von wannen ich kam --
Wohin ich fahre, das weiß ich nimmer.
Nach Hause find' ich den Weg nicht mehr,
Die alten Wege, die hab' ich vergessen;
Legt über den Sarg mir die Harfe her --
Sonst hab' ich Nichts aus Erden besessen.