Die holden Tage

F. Hiller

O wie wölbt sich der Himmel so heiter und hoch,

Ich möchte, ein Vogel, fliegen;

In ewigem Äther zu baden die Brust,

Die leuchtenden Schwingen zu wiegen.

O wie grünet und duftet die Erde so frisch,

Ich möchte, ein Kind, mich schmiegen;

Von Blüten umhaucht, auf schwellendem Moos

Am Herzen der Mutter zu liegen.

Nun beugt das geliebteste Mädchen sogar

Sein lockiges Haupt zu mir nieder,

Wie über die blühenden Lande der Tag

Sein goldiges Wolkengefieder.

O, zu viel fast der Pracht und der seligsten Lust,

Es ist nicht zu denken, zu sagen,

Wie herrlich die Welt, und wie lieb du mir bist

In diesen entzückenden Tagen.