Harald Harfager

F. Hiller

Was ich möchte? -- was ich will?

Fragst du, liebe Seele!

Horche still,

Daß ich dir erzähle.

Held Harald

Mit den langen Haaren,

Mit Sturmesgewalt

Ist er dahingefahren.

Dahingefahren

Durch hundert Meere

Und tausend Gefahren

Und wilde Heere.

Er hat gekriegt

In allen Zonen;

Geliebt und gesiegt,

Wo Menschen wohnen.

Er herrscht' auf dem Schiffe,

Das war wie lebend,

Aus Strudel und Riffe

Glänzende Segel erhebend.

Und mußt' es zerschellen

An felsiger Fährte,

Er schwamm durch die Wellen

Mit Schild und Schwerte.

Ein Schiff war verscherzt,

Ein Reich errungen,

Ein Liebchen geherzt,

Ein Siegslied gesungen.

So war's im Norden,

So war's im Süden,

An allen Borden,

Er konnte nimmer ermüden.

So war's im Osten,

So war's im Westen:

Er mußte kosten

Vom Schönsten und Besten.

Er kam in wilde

Und eisige Lande,

Er kam an milde

Und blühende Strande.

Nicht fällten ihn Wunden

Und Last der Tage --

Er ist verschwunden

In Lied und Sage.

Wer leben könnte wie Held Harald!

Er lebte schön in Kraft und Gewalt

Und fand statt Tod und Vernichtung

Das Leben im Lande der Dichtung.