Käm der Morgen

F. Hiller

Mir erblüht

Im Gemüth

Liebeslust,

Doch es glüht

Wundenmüd'

Schon die Brust.

Schmachte nach dem Schlaf so sehr,

Werfe Nachts mich hin und her,

Seufze schwer:

Käm' der Morgen!

Auf mich ein

Stürmt die Pein

Nacht und Tag,

Daß mich kein

Freudenschein

Trösten mag.

Abends wächst nur die Beschwer

Bin mein eigen nimmermehr,

Seufze schwer:

Käm' der Morgen!

Lange Nacht

Hingebracht

Ruhelos,

Bange Nacht

Durchgewacht --

Bittres Loos!

Wie ist Liebe freudenleer!

Tritt der Abend kaum daher,

Seufz' ich schwer:

Käm' der Morgen!

Träg verstreicht,

Spät entweicht

Nächt'ge Zeit;

Da beschleicht,

Da erreicht

Mich das Leid.

Ach daß sie mir nahe wär!

Deß beraubt, deß ich begehr',

Seufz' ich schwer:

Käm' der Morgen!