Lebensmorgen
F. Hiller
War jemals eine Zeit,
wo ich dich nicht gekannt,
mein Lieb?
Nicht deine Seligkeit,
nicht deinen Gram verstand,
mein Lieb?
Und hab' ich auch gelebt zuvor,
so war's ein armer Traum der Nacht,
bis mich der Morgen küsst' empor,
bis ich in deinem Blick erwacht'.
Still neben dich geschmiegt,
mein Aug' an deins gebannt,
mein Lieb,
und meine Hand, sie liegt
so gern in deiner Hand,
mein Lieb!
Die Stundenwelle fließt und fließt,
sie trägt mein Glückesboot zur Ruh';
wenn deine Lippe leis' mich grüßt,
ist auf der Welt nur ich und du.